Das Versorgungswerk

Wie der Kapitalstock verwaltet wird

Die Vermögensanlage von kapitalgedeckten Versorgungswerken ist streng reglementiert, Rechtsgrundlagen sind die §§ 54 ff. mit dazugehöriger Anlageverordnung (AnlV) des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG). Demnach hat die Vermögensanlage des Versorgungswerks der Architekten Baden-Württemberg (VWDA) unter dem Primat höchstmöglicher Sicherheit zu erfolgen. Da höchstens 35 Prozent des gebundenen Vermögens in so genannten Risikoassets wie zum Beispiel Aktien, Beteiligungen etc. angelegt werden darf und festverzinsliche Wertpapiere einen hohen Stellenwert einnehmen, ist das jeweils herrschende Zinsniveau an den Kapitalmärkten eine wichtige Größe, sowohl im Kapitalanlage- wie auch im Risikomanagement und beeinflusst das Leistungsniveau des Versorgungswerks.

Entwicklung der Kapitalanlagen ist entscheidend
Versicherungsmathematisch wird von einem so genannten Rechnungszins in Höhe von vier Prozent ausgegangen. Lagen in der Vergangenheit die erwirtschafteten Erträge über diesen vier Prozent, wurden sowohl die Renten, als auch die Anwartschaften erhöht. Dies erfolgte stets unter Wahrung einer angemessenen Reservenbildung. Die Entwicklung der Kapitalanlagen bestimmt somit die gesamte Leistungshöhe. Im Gegensatz zu Lebensversicherungen und anderen Vorsorgearten existiert beim VWDA keine weitere Anspruchsgruppe wie beispielsweise Aktionäre. Alle erwirtschafteten Erträge kommen den Teilnehmern zu Gute.

Die Spezialfonds
Die Vermögensanlage des Versorgungswerks erfolgt aktuell zu ca. 80% über gemischte Wertpapier-Spezialfonds. 20% werden im Direktbestand verwaltet. Im Direktbestand werden Unternehmensanleihen, Namensschuldverschreibungen, sowie Schuldscheindarlehen, teilweise in Form einfach strukturierter Schuldscheindarlehen gehalten. Auf das Gesamtvermögen gerechnet sind aktuell etwa fünf Prozent in Immobilien und zwei Prozent in erneuerbaren Energien investiert.

Der erste Spezialfonds wurde bereits 1974 aufgelegt. Nach dem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) und dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) dürfen diese Spezialfonds bis zu maximal 30 Prozent in Aktien investieren, d.h. mindestens 70 Prozent des Vermögens ist zwingend in festverzinslichen Wertpapieren anzulegen. Diese Grundaufteilung des Vermögens stellt die so genannte Strategische Asset Allokation der Spezialfonds dar. Sie wird den Spezialfondsmanagern durch den Anlageausschuss des Versorgungswerks vorgegeben und von uns und unserer Versicherungsaufsicht überwacht.

Das VAG lässt maximal in Höhe von 5 Prozent eine Anlage in Länder außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) zu. Fremdwährungsanlagen sind auf 20% begrenzt.
Die grundsätzliche Kapitalstruktur wird von den Gremien des Versorgungswerks (Vertreterversammlung und Verwaltungsrat) festgelegt und vom internen Anlageausschuss des Versorgungswerks gesteuert. Die Kapitalstruktur innerhalb der Spezialfonds wird vom jeweiligen Anlageausschuss auf Vorschlag entweder der Spezialfondsmanager oder dem VWDA bestimmt. Die Spezialfondsmanager sind gegenüber dem Versorgungswerk rechenschaftspflichtig und werden von uns in Bezug auf ihre Managementleistung beurteilt.

Im Fall der Fälle
Der schlimmste denkbare Fall sind Umstände bzw. Ereignisse, welche das Wirtschaftssystem, dessen Bestandteil das VWDA ist, in seinen Grundfesten erschüttern. In diesem Fall versagen jegliche Vorkehrungen des Gesetzgebers. Alle staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen wären direkt betroffen. In diesem Fall ist keine Rentenanwartschaft auf bisheriger Basis in der Bundesrepublik gesichert (auch nicht die staatlichen). Man nennt dies das allgemeine Systemrisiko. Dieses Risiko ist sehr unwahrscheinlich, kann aber nicht ausgeschlossen werden, d.h. man kann statistisch keine Aussage darüber treffen. In einem solchen Extremszenario würde ein Systemwechsel zum Umlageverfahren wie auf staatlicher Ebene erfolgen müssen. In welcher Form ein solcher Systemwechsel vollzogen werden würde, hängt von den dann herrschenden Umständen ab. In allen staatlichen und nicht-staatlichen Systemen wäre je nach Sachlage mit Einschnitten zu rechnen, von denen Anwärter wie Rentner betroffen sein können.

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