Das Versorgungswerk

Was wir leisten: Leistungsniveau und Leistungsanhebungen

Das Versorgungswerk der Architekten bietet ein Leistungsniveau, das weit über dem Leistungsniveau „anderer Rentenversicherungen“ liegt. Dies erklärt sich einerseits aus dem bereits ausgeführten Finanzierungsverfahren und andererseits aus den niedrigen Verwaltungskosten im Vergleich zu Lebensversicherern. Beiträge eines jeden Jahres werden in Abhängigkeit des jeweiligen Alters eines Beitragszahlers mit einem in unserer Satzung festgelegten Verrentungssatz verrentet und ergeben eine Rente aus den Beiträgen dieses Jahres. Den Berechnungen der Verrentungssätze liegt der kalkulatorische Rechnungszins zu Grunde. Dieser beträgt seit 1970 4%.

Die Sicherheit des Leistungsversprechens
Ein Teil der beispielsweise in Hochzinsphasen erwirtschafteten Überrenditen, d.h. also Renditen die über dem kalkulatorischen Rechnungszins liegen, wird benötigt, um in Niedrigzinsphasen die „Leistungsverpflichtung“ ebenfalls sicherstellen zu können. Darüber hinaus erzielte Renditen können somit zu einer Erhöhung der Anwartschaften und Renten bzw. zur Reservenbildung herangezogen werden.

Leistungsanhebungen
Die Rentenhöhe bspw. aus Beiträgen, die ein Teilnehmer 1970 einbezahlte, hat sich durch die Leistungsanhebungen der vergangenen Jahre um den Faktor 2,32 (Stand 01.01.2018) erhöht, d.h. also mehr als verdoppelt. Durch die Leistungsanhebungen findet also während der Anwartschaftszeit eine tatsächliche „Rentenerhöhung“ statt. Dies erklärt sich durch den Effekt, dass durch Leistungsanhebungen auch die Leistungsanhebungen der vergangenen Jahre angehoben werden.

Gestiegene Lebenserwartung
Durch Einführung der neuen berufsständischen Sterbetafeln im Jahre 1997 hat sich diesbezüglich noch ein weiterer Gesichtspunkt ergeben. Es wurde statistisch ermittelt, dass die allgemeine Lebenserwartung um vier Jahre gestiegen ist. Der weiter steigenden Lebenserwartung wurde im Jahre 2007 nochmals durch Umstellung auf die Sterbetafeln ABV 2006 G Rechnung getragen. Während es sich bei den Sterbetafeln 1997 noch um sogenannte Periodentafeln handelte, sind die aktuell zur Anwendung kommenden Sterbetafeln ABV 2006 G als Generationentafeln konzipiert.

Finanzielle Stabilität
Führt man sich die gemachten Ausführungen vor Augen, wird verständlich, dass Leistungsanhebungen in lang anhaltenden Niedrigzinsphasen bei gleichzeitiger konjunktureller Stagnation mit entsprechenden Effekten auf die Aktienmärkte auch niedriger oder in einem Jahr auch einmal ganz ausfallen müssen, um die finanzielle Stabilität des Versorgungswerks auch für die Zukunft sicherstellen zu können. Und dies hat bei einem Leistungsniveau wie unserem auch nichts mit einer realwirtschaftlichen Entwertung der Renten zu tun. Entscheidende Bezugsgröße ist letztlich immer das Leistungsniveau.

Überschüsse zum Aufbau der Reserven
Das Kapitaldeckungsverfahren sieht keine automatischen Überschussbeteiligungen vor. Werden, wie in der Vergangenheit geschehen, sehr hohe Überschüsse erwirtschaftet, dienen diese auch dazu, ein angemessenes Reservenpolster aufzubauen und zu erhalten. Diese Politik hat uns ermöglicht, die immensen Belastungen durch die Anwendung der neuen Sterbetafeln bequem zu kompensieren, ohne bisher unser Leistungsniveau senken zu müssen. Für die Zukunft hat dies allerdings zur Folge, dass wir von einer höheren zu erwirtschaftenden Rendite ausgehen müssen, als den bisherigen 4 %.

Zurück > > >