Das Versorgungswerk

Wie sicher Ihre erworbenen Ansprüche sind

Die berufsständischen Versorgungswerke sind grundsätzlich mehrstufig abgesichert durch vielfältige versicherungsaufsichtsrechtliche Vorschriften und Kontrollstrukturen. Diese betreffen sowohl die Rechnungslegung, die Vermögensanlage, die Versicherungsmathematik und die Organisation mit sämtlichen Kontrollprozessen. Diese im Detail zu beschreiben ist im Rahmen eines solchen Internetauftritts kaum möglich. Allerdings kann ein „Blick durch die Risikobrille“ etwas Licht ins Dunkel bringen:

Jährlich geprüfter Geschäftsbericht mit Risikobericht
Eine Rückversicherung wie bei den privaten Versicherungsunternehmen gibt es beim Versorgungswerk nicht. Vielmehr versucht der Gesetzgeber und die Versicherungsaufsichtsbehörde im Vorhinein das Primat der Sicherheit in sämtlichen betrieblichen Prozessen sicherzustellen und im Nachhinein geeignete Überwachungsmechanismen einzubauen. Damit wird ein enger Rahmen definiert und ein großer Teilbereich des Begriffs „Misswirtschaft“ verhindert. Fahrlässiges oder kriminelles Handeln von Verantwortungsträgern wird ebenfalls durch Kontrollstrukturen minimiert und das Restrisiko durch entsprechende Versicherungen abgedeckt. Den Risikobericht können Sie übrigens dem jährlichen geprüften Geschäftsbericht entnehmen.

Wichtig ist, dass die versicherungsmathematisch kalkulierten Erträge aus den Kapitalanlagen während des Anlagehorizontes im Durchschnitt erwirtschaftet werden. Auch in der Vergangenheit gab es Jahre, in denen ein temporärer Rückgang der Erträge aus Kapitalanlagen „hingenommen werden musste“. Allerdings gibt es auch Wirtschaftsjahre, wo immense Überrenditen erzielt wurden.

„Stille Reserven“
Die Rücklagen in der Bilanz stellen den heutigen Wert der zukünftigen Rentenverpflichtungen dar. Sie bilden die sog. Deckungsrückstellung. Diese ist zwingend vom sog. Sicherungsvermögen, d.h. den Kapitalanlagen, zu erfüllen. Die Kapitalanlagen werden allerdings nach deutschem Bilanzrecht nicht mit Ihrem derzeitigen Marktwert bewertet, sondern sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Ist der derzeitige Wert höher als die Anschaffungskosten spricht man von den sog. „stillen Reserven“.

Bilanzielle Reserven
Bilanzielle Reserven werden durch Nichtausschüttung von Teilen der Jahresüberschüsse gebildet. Führen Marktwertverluste innerhalb der Kapitalanlagen über die Aufzehrung der stillen Reserven hinaus zu Abschreibungen, indem die Marktwerte dauerhaft unter den Anschaffungskosten liegen, dann sind die bilanziellen Reserven zu einem Ausgleich heranzuziehen. Der Versicherungsaufsichtsbehörde ist dann ein Geschäftsplan vorzulegen, wie die bilanzielle Unterdeckung beseitigt werden soll.

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