Angestellte

Angestellte haben grundsätzlich drei Wahlmöglichkeiten:

  • Erste Möglichkeit für Angestellte: Befreiung von der Pflichtteilnahme am VWDA

Näheres zu diesem Punkt entnehmen Sie bitte den Ausführungen zur Pflichtteilnahme.

  • Zweite Möglichkeit für Angestellte: Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung

Wesentliches im Überblick:

Rechtsgrundlagen: § 17 Abs.1 der Satzung, § 6 Abs. 1 Nr.1 SGB VI
Beitragshöhe: wie in der gesetzlichen Rentenversicherung, im Jahr 2017 sind dies 18,7 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens
Mindestbeitrag: entfällt, allerdings gibt es Besonderheiten bei einer geringfügigen Beschäftigung
Höchstmöglicher Pflichtbeitrag: im Jahr 2017 monatlich 1.187,45 €
Maximaler Beitrag: im Jahr 2017 monatlich 2.374,90 €
Beitragsbefreiung: möglich, wenn kein sozialversicherungspflichtiges Einkommen in Deutschland erzielt wird

Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung
Auf Antrag ist grundsätzlich eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung möglich. Das entsprechende Formular kann im Downloadcenter herunter geladen werden. Für Mitglieder der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein beziehungsweise bei einem Beschäftigungsort in diesem Bundesland ist dies jedoch nicht der Fall, da Angestellte dort keine Pflichtmitglieder der Kammer sind. Die Befreiung kann nur dann rückwirkend erfolgen, wenn sie innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Pflichtteilnahme am Versorgungswerk beantragt wird, ansonsten erst ab Eingangsdatum des Befreiungsantrages beim Versorgungswerk. Die Befreiung gilt für das jeweilige Beschäftigungsverhältnis. Eine Befreiung gilt grundsätzlich nur für die Dauer der Pflichtmitgliedschaft in einer berufsständischen Kammer. Ein Wegfall der Befreiungsvoraussetzungen muss der Deutschen Rentenversicherung Bund mitgeteilt werden, der Befreiungsbescheid wird dann aufgehoben. Bei Wechsel des Arbeitgebers oder einer wesentlichen Änderung des Tätigkeitsfeldes ist ein neuer Befreiungsantrag zu stellen.

Gleiche Beiträge wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung
Die Befreiung setzt voraus, dass die gleichen Beiträge zum Versorgungswerk entrichtet werden, wie ohne die Befreiung an die gesetzliche Rentenversicherung abzuführen wären. Der Beitragssatz im Jahr 2017 beträgt 18,7 %, Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen jeweils die Hälfte. Da bei Berufsständischen Versorgungseinrichtungen die Beitragspflicht jedoch grundsätzlich beim Mitglied liegt, müssen wir uns bei Beitragsrückständen mit unseren Teilnehmern in Verbindung setzen. (Es bestehen jedoch unter Umständen Ansprüche gegen Dritte, zum Beispiel gegen den Arbeitgeber). Zusätzlich zum Pflichtbeitrag können freiwillige Beiträge geleistet werden. Der Beitrag darf jedoch insgesamt maximal den doppelten Höchstbeitrag erreichen. Wenn für einen bestimmten Zeitraum kein sozialversicherungspflichtiges Einkommen in Deutschland erzielt wird, muss das Versorgungswerk möglichst schnell informiert werden, damit kein Beitrag festgesetzt wird. Es besteht jedoch die Möglichkeit in dieser Zeit freiwillige Beiträge zu leisten.Im Falle des Bezugs von Arbeitslosengeld I oder Krankengeld sollte bei der Agentur für Arbeit beziehungsweise der Krankenkasse angegeben werden, dass eine Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten unseres Versorgungswerks vorliegt. Der jeweilige Träger wird sich dann mit dem Versorgungswerk in Verbindung setzen und die Beiträge übernehmen.

Berufsfremde Tätigkeit
Der Befreiungsbescheid gilt grundsätzlich nur für die berufsspezifische Beschäftigung als Architekt und das jeweilige Beschäftigungsverhältnis. Während der Ausübung einer berufsfremden Tätigkeit besteht grundsätzlich die Pflicht, Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu leisten. Das Versorgungswerk kann dann noch als Zusatzversorgung genutzt oder ein Antrag auf Befreiung von der Teilnahme bzw. von der Beitragszahlung gestellt werden. Sollte die berufsfremde Tätigkeit entweder infolge ihrer Eigenart oder vertraglich (auf maximal zwei Jahre) befristet sein und sich unmittelbar an eine berufsspezifische Angestelltentätigkeit anschließen, kann die Erstreckung der Befreiung auf die im voraus zeitlich begrenzte berufsfremde Tätigkeit beantragt werden.

Ein Wechsel der Beschäftigungsart wie zum Beispiel Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit muss dem Versorgungswerk unbedingt mitgeteilt werden.

Beiträge werden steuermindernd berücksichtigt
Die dem Versorgungswerk gezahlten Beiträge werden wie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung steuermindernd berücksichtigt, dadurch steigt das Nettoeinkommen. Es gibt dabei eine jährliche Höchstgrenze im Jahr 2017 von 23.362,00 € (Ledige) bzw. 46.724,00 € (Verheiratete). Der Anteil steigt stufenweise an, von 60 % im Jahr 2005 bis 100% im Jahr 2025. Allerdings wird der Arbeitgeberanteil in Abzug gebracht. Nähere Informationen können das Finanzamt oder ein Steuerberater erteilen. Die steuerliche Entlastung sollte konsequent für die Vorsorge genutzt werden, damit im Alter keine Lücke entsteht.

Zwei getrennte Systeme
Die gesetzliche Rentenversicherung und das Versorgungswerk sind völlig getrennte Systeme, eine Beitragsüberleitung ist nicht möglich, eventuelle Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind unabhängig von den Anwartschaften beim Versorgungswerk. Wenn allerdings in der gesetzlichen Rentenversicherung die sogenannte allgemeine Wartezeit von 60 Beitragsmonaten nicht erreicht wird, so sind die Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht erfüllt. In diesem Fall kann jedoch die Beitragserstattung beantragt werden. Es wird jedoch nur der Arbeitnehmeranteil erstattet. Bedenken sollten Sie, dass möglicherweise später eventuell noch weitere Beitragszeiten dazu kommen könnten (z. Bsp. wegen Kindererziehung oder berufsfremder Tätigkeit). Außerdem besteht die Möglichkeit, die fehlenden Monate freiwillig nachzuzahlen. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn nur knapp weniger als 60 Kalendermonate geleistet wurden. Bei Fragen zur Beitragserstattung sollte direkt Kontakt mit der Deutschen Rentenversicherung Bund aufgenommen werden.

Bitte beachten Sie noch die Ausführungen zur Riesterrente, die auch Ausführungen zur Entgeltumwandlung beinhaltet.

  • Dritte Möglichkeit für Angestellte: VWDA als Zusatzversorgung

Zusatzversorgung über das Versorgungswerk neben der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht

Wesentliches im Überblick:

Rechtsgrundlagen: § 17 Abs.2 der Satzung
Beitragshöhe: im Jahr 2017 monatlich 285,75 € (25 % des höchstmöglichen Pflichtbeitrages für Selbständige)
Höchstmöglicher Pflichtbeitrag: Auf Antrag kann auch ein höherer Anteil von 50 %, 75 % oder 100 % des Pflichtbeitrages für Selbständige festgesetzt werden, maximal also im Jahr 2017 monatlich 1.143,00 € (100 %)
Maximaler Beitrag: Zusätzlich zum Pflichtbeitrag (je nach Anteil) sind freiwillige Zahlungen bis zur Höhe des höchstmöglichen Pflichtbeitrages für Selbständige im Jahr 2017 von 1.143,00 € monatlich möglich
Beitragsbefreiung: nur möglich, wenn kein sozialversicherungspflichtiges Einkommen in Deutschland erzielt wird

Wenn die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen bleibt, kann das Versorgungswerk als Zusatzversorgung genutzt werden um eine weitere Säule der sozialen Absicherung aufzubauen. Der Beitrag beträgt grundsätzlich 25 % des höchstmöglichen Pflichtbeitrages für Selbständige im Jahr 2017 von 1.143,00 € monatlich, im Jahr 2017 also 285,75 €. Auf Antrag kann jedoch auch ein höherer Anteil von 50 %, 75 % oder 100 % des Pflichtbeitrages festgesetzt werden. Zusätzlich zum Pflichtbeitrag (je nach Anteil) können freiwillige Beiträge bis zum höchstmöglichen Pflichtbeitrag für Selbständige im Jahr 2017 von 1.143,00 € monatlich entrichtet werden. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass eine Förderung im Rahmen des Altersvermögensgesetzes („Riester-Rente“) nicht möglich ist.

Ein Wechsel der Beschäftigungsart wie zum Beispiel Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit muss dem Versorgungswerk unbedingt mitgeteilt werden.

Beiträge werden steuermindernd berücksichtigt
Die zum VWDA gezahlten Beiträge werden wie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung steuermindernd berücksichtigt, dadurch steigt das Nettoeinkommen. Es gibt dabei eine jährliche Höchstgrenze im Jahr 2017 von 23.362,00 € (Ledige) bzw. 46.724,00 € (Verheiratete). Der Anteil steigt stufenweise an, von 60 % im Jahr 2005 bis 100% im Jahr 2025. Allerdings wird der Arbeitgeberanteil in Abzug gebracht. Nähere Informationen können das Finanzamt oder ein Steuerberater erteilen. Die steuerliche Entlastung sollte konsequent für die Vorsorge genutzt werden, damit im Alter keine Lücke entsteht.