Selbständige

Wesentliches im Überblick:

Rechtsgrundlagen: §§ 16 und 19 der Satzung
Beitragshöhe: 18 % des Jahresberufseinkommens, in den ersten fünf Jahren der selbständigen Tätigkeit kann die halbe Beitragszahlung beantragt werden, so dass der Beitragssatz dann nur 9 % beträgt
Mindestbeitrag: im Jahr 2017 monatlich 285,75 €
Höchstmöglicher Pflichtbeitrag: im Jahr 2017 monatlich 1.143,00 €
Maximaler Beitrag: im Jahr 2017 monatlich 2.286,00 €
Beitragsbefreiung:

möglich, wenn die gesamten Jahresnettoeinkünfte aus jeglicher beruflichen Tätigkeit unter 1/5 der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung, also im Jahr 2017 unter 15.240,00 liegen

Selbständige unterliegen der Pflichtteilnahme am Versorgungswerk und damit auch der Beitragspflicht. Die Möglichkeiten, sich von der Teilnahme befreien zu lassen sind sehr eingeschränkt (siehe Pflichtteilnahme). Anderweitige Absicherungen können leider nicht berücksichtigt werden.

Beitragshöhe
Die Beitragsbescheide werden jährlich versandt. Wenn das Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, kann eine Ermäßigung des Beitrages beantragt werden. Der Beitragssatz beträgt 18 % des Jahresberufseinkommens. In den ersten fünf Jahren der selbständigen Tätigkeit kann die halbe Beitragszahlung beantragt werden, so dass der Beitragssatz hier nur bei 9 % liegt. Die Beitragsfestsetzung ist stufenlos. Zu beachten ist jedoch, dass die Rentenhöhe unmittelbar mit der Höhe der geleisteten Beiträge zusammenhängt.

Mindestbeitrag
Der Mindestbeitrag beträgt in jedem Fall im Jahr 2017 monatlich 285,75 €. Unter diesem Betrag ist eine Beitragszahlung leider nicht möglich. Der Ermäßigungsantrag gilt nur für das entsprechende Kalenderjahr und ist in den Folgejahren gegebenenfalls erneut zu stellen. Auf den Ermäßigungsantrag erfolgt keine Bestätigung.

Befreiung von der Beitragszahlung
Nur für den Fall, dass das Jahresberufseinkommen aus jeglicher beruflicher Tätigkeit unter ein Fünftel der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung, also im Jahr 2017 unter 1.270,00 € monatlich liegt, kann auf formlosen Antrag eine Befreiung von der Beitragszahlung erfolgen. Wenn keine Tätigkeit als Architekt vorliegt, in einem anderen Beruf das Einkommen aber über dieser Grenze liegt, ist eine Beitragsbefreiung nicht möglich. Es muss in diesem Fall zumindest der Mindestbeitrag entrichtet werden.

Jahresnettoeinkünfte sind maßgeblich
Als Jahresberufseinkommen gelten die gesamten Jahresnettoeinkünfte aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von steuerlichen Freibeträgen. Die für die Beitragsfestsetzung maßgeblichen Jahresnettoeinkünfte stehen in der Einkommensteuererklärung bzw. im Einkommensteuerbescheid unter Einkünfte aus selbständiger Arbeit (bei gewerblich tätigen Architekten/innen: Einkünfte aus Gewerbebetrieb).

Zusätzliche Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung
In folgenden Fällen besteht neben der Pflichtteilnahme am Versorgungswerk zusätzlich eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung:

  • arbeitnehmerähnliche Tätigkeit, zum Beispiel als freier Mitarbeiter (Ob dieser Tatbestand vorliegt, ist mit einem Fragebogen durch die Deutsche Rentenversicherung Bund zu klären, den wir zusammen mit dem vorsorglichen Befreiungsantrag gerne zusenden können oder

  • Antragspflichtversicherung (Eine Befreiung ist allerdings nur möglich, wenn die Pflichtteilnahme am Versorgungswerk nach der Antragspflichtversicherung begonnen hat)

Befreiungsvoraussetzungen
Es kann jedoch ein Befreiungsantrag zugunsten des Versorgungswerks gestellt werden, die entsprechenden Formulare hält das Versorgungswerk bereit. Eine Befreiung ist nur dann rückwirkend ab Beginn der Versicherungspflicht (bzw. Beginn der Pflichtteilnahme beim Versorgungswerk) möglich, sofern der Antrag innerhalb von drei Monaten gestellt wird, andernfalls erst ab Eingang des Antrags. Eine Befreiung führt dazu, dass die Beitragspflicht nur beim Versorgungswerk besteht.

Eine Befreiung gilt grundsätzlich nur für die Dauer der Pflichtmitgliedschaft in einer berufsständischen Kammer. Ein Wegfall der Befreiungsvoraussetzungen muss der Deutschen Rentenversicherung Bund mitgeteilt werden, der Befreiungsbescheid wird dann aufgehoben.

Wenn keine Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgt und somit als Selbständiger Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet werden, kann der entsprechende Betrag von dem an das Versorgungswerk zu leistenden Beitrag in Abzug gebracht werden, so dass die Beitragszahlung an das Versorgungswerk entsprechend gemindert wird.

Sofern kein Antrag auf Beitragsermäßigung oder -befreiung gestellt wird, ist nach unserer Satzung der Regelbeitrag (höchstmöglicher Pflichtbeitrag) festzusetzen.

Ein Wechsel der Beschäftigungsart wie z.B. Aufnahme einer Angestelltentätigkeit muss dem Versorgungswerk unbedingt mitgeteilt werden.

Beiträge werden steuermindernd berücksichtigt
Die zum VWDA gezahlten Beiträge werden wie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung steuermindernd berücksichtigt, dadurch steigt das Nettoeinkommen. Es gibt dabei eine jährliche Höchstgrenze im Jahr 2017 von 23.362,00 € (Ledige) bzw. 46.724,00 € (Verheiratete). Der Anteil steigt stufenweise an, von 60 % im Jahr 2005 bis 100% im Jahr 2025. Nähere Informationen können das Finanzamt oder ein Steuerberater erteilen. Die steuerliche Entlastung sollte konsequent für die Vorsorge genutzt werden, damit im Alter keine Lücke entsteht.

Zwei getrennte Systeme
Die gesetzliche Rentenversicherung und das Versorgungswerk sind völlig getrennte Systeme, eine Beitragsüberleitung ist nicht möglich, eventuelle Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind unabhängig von den Anwartschaften beim Versorgungswerk. Wenn allerdings in der gesetzlichen Rentenversicherung die sogenannte allgemeine Wartezeit von 60 Beitragsmonaten nicht erreicht wird, so sind die Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht erfüllt. In diesem Fall kann jedoch die Beitragserstattung beantragt werden. Im Rahmen einer Angestelltentätigkeit gezahlte Beiträge werden jedoch nur in Höhe des Arbeitgeberanteils erstattet. Bedenken sollten Sie, dass möglicherweise später eventuell noch weitere Beitragszeiten dazu kommen könnten (z. Bsp. wegen Kindererziehung oder berufsfremder Tätigkeit). Außerdem besteht die Möglichkeit, die fehlenden Monate freiwillig nachzuzahlen. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn nur knapp weniger als 60 Kalendermonate geleistet wurden. Bei Fragen zur Beitragserstattung sollte direkt Kontakt mit der Deutschen Rentenversicherung Bund aufgenommen werden.