Berufsunfähigkeitsrente

Wesentliches im Überblick

Rechtsgrundlagen: §§ 26 und 30 der Satzung
Voraussetzungen: Berufsunfähig ist ein Teilnehmer, der infolge von Krankheit oder anderen Gebrechen oder von Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte auf nicht absehbare Zeit eine Berufstätigkeit als Architekt bzw. Ingenieur in gewisser Regelmäßigkeit nicht mehr ausüben oder nicht mehr als nur geringfügige Einkünfte durch seine Berufstätigkeit erzielen kann. Die Rente wird vom Beginn des Antragsmonats an gewährt.
Höhe der Leistung: Die Berufsunfähigkeitsrente setzt sich zusammen aus dem bis zum Versicherungsfall (Eintritt der Berufsunfähigkeit) erreichten Rentenanspruch und vor dem 55. Lebensjahr zusätzlich aus einer Hochrechnung des bisher entrichteten durchschnittlichen Pflichtbeitrags (maximal der letzten fünf Kalenderjahre). Bei der Betreuung von Kindern gibt es eine Ausnahmeregelung bei der Berechnung, die zu einer höheren Rente führen kann. Zusätzlich besteht unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Kindergeld.
Rentenbeginn: Beginn des Antragsmonats
Notwendige Unterlagen: Antragsvordruck (siehe Downloadcenter) mit persönlichen Daten und Angaben zur Krankenversicherung, ärztliche Unterlagen, Geburtsurkunde

Es gibt keine Wartezeit. Bereits mit dem Beginn der Teilnahme besteht sofort Versicherungsschutz. Zu bedenken ist, dass während dem Bezug der Berufsunfähigkeitsrente das von einer gesetzlichen Krankenkasse gleichzeitig gewährte Krankengeld wegfallen oder unsere Leistung auf das Krankengeld angerechnet werden könnte. Wir empfehlen Ihnen, sich bei Ihrer Krankenkasse zu erkundigen.

Bei der Beurteilung, ob Berufsunfähigkeit im Sinne unserer Satzung vorliegt, kommt es darauf an, ob aus medizinischer Sicht noch Berufstätigkeiten zugemutet werden können. Die Berufstätigkeit ist mit den Berufsaufgaben für Architekten in § 1 des Architektengesetzes gleichzusetzen. Danach ist Berufsaufgabe des Architekten die gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung von Bauwerken. Zu den Berufsaufgaben des Architekten gehören auch die koordinierende Lenkung und Überwachung der Planung und Ausführung, die Beratung, Betreuung und Vertretung des Auftraggebers in allen mit der Planung und Durchführung eines Vorhabens zusammenhängenden Fragen. Können deshalb Architektentätigkeiten noch in der Form der gestaltenden, technischen und wirtschaftlichen Planung von Bauwerken erbracht werden, so liegt keine Berufsunfähigkeit vor.

Die Berufsunfähigkeitsrente wird vom Beginn des Antragsmonats an gewährt. Besteht begründete Aussicht, dass die Berufsunfähigkeit in absehbarer Zeit behoben sein wird, so ist die Rente wegen Berufsunfähigkeit vom Beginn der 27. Woche an, jedoch nur auf Zeit und längstens für zwei Jahre von der Bewilligung an, zu gewähren. Nach Ablauf der Befristung kann selbstverständlich auf erneuten Antrag die Weitergewährung geprüft werden.

Bei der Beurteilung bleiben andere als medizinische Gründe außer Betracht. Dies bedeutet, dass eine Rente wegen Berufsunfähigkeit immer dann gewährt wird, wenn dem Einzelnen aus gesundheitlichen Gründen keine die Existenz sichernde Berufstätigkeit als Architekt zugemutet werden kann. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass der Zustand mindestens für sechs Monate andauert.

Der Begriff der Berufsunfähigkeit in der berufsständischen Versorgung ist nicht identisch mit den Bestimmungen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Ob zusätzlich eine private Berufsunfähigkeitszusatzversicherung benötigt wird, hängt vom individuellen Sicherungsbedürfnis ab. Grundsätzlich ist der vom Versorgungswerk der Architekten gebotene Schutz bei Berufsunfähigkeit absolut ausreichend. Zwar gewähren viele private Versicherer einen Schutz schon ab 50 % Berufsunfähigkeit. Da jedoch das Versorgungswerk bereits dann leistet, wenn ein Teilnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, seinen Architektenberuf in nennenswertem Umfang auszuüben, ist die Spanne in der die private Berufsunfähigkeitsversicherung schon und das Versorgungswerk noch nicht leistet, gering. Fälle gibt es nur sehr vereinzelt. Ob sich die Prämienzahlung deshalb für diese zusätzliche Absicherung wirklich lohnt, muss selbst entschieden werden.

Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente vor dem 55. Lebensjahr besteht aus zwei Teilen:

  • Den ersten Teil bildet der erreichte Rentenanspruch. Der Betrag ist abhängig von den bisherigen in einem bestimmten Lebensalter gezahlten Beiträgen. Nähere Erläuterungen finden Sie bei Höhe der Rentenansprüche
  • Der zweite Teil beinhaltet eine Hochrechnung. Es wird der Anspruch ermittelt, der bestehen würde, wenn die in den letzten fünf Kalenderjahren vor Eintritt des Versorgungsfalles durchschnittlich gezahlten Pflichtbeiträge bis zum vollendeten 55. Lebensjahr weiter entrichtet worden wären. Hat die Teilnahme noch nicht fünf Kalenderjahre bestanden, so wird der Durchschnitt aus allen bis zum Eintritt des Versorgungsfalles entrichteten Pflichtbeiträgen ermittelt. Für die Hochrechnung gelten die gleichen Regelungen wie für die Ermittlung des erreichten Rentenanspruches. Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente ist also kein gesicherter Wert, da sie von der durchschnittlichen Beitragszahlung abhängt. Bei der Betreuung von Kindern ist zwischen der Geburt des Kindes und dem 10. Lebensjahr der vor Geburt des Kindes gezahlte Durchschnittsbeitrag maßgebend, wenn dies zu einer höheren Rente führt.

Wenn Berufsunfähigkeit nach Vollendung des 55. Lebensjahres eintritt, wird die Berufsunfähigkeitsrente in Höhe des erreichten Rentenanspruchs gewährt.

Die Anlage zum Rentenbescheid ist ähnlich aufgebaut wie die Rentenmitteilung. Nähere Erläuterungen finden Sie bei Höhe der Rentenansprüche.

Bei Kindern können wir unter bestimmten Voraussetzungen maximal bis zum 27. Lebensjahr (bei Wehr- oder Zivildienst auch über diesen Zeitraum hinaus) zusätzlich zur Rente wegen Berufsunfähigkeit Kindergeld gewähren. Nähere Informationen erhalten Sie unter dem Stichwort Kindergeld.