Frage & Antwort

Werden Kindererziehungszeiten beim Versorgungswerk angerechnet?
Eine entsprechende gesetzliche Regelung wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung, bei der während der Kindererziehung Beiträge vom Bund tatsächlich geleistet werden, existiert aufgrund der völlig verschiedenen Systeme nicht. Auf Antrag kann jedoch eine Anrechnung von Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgen. Dies gilt nach Rechtsprechung des Bundessozialgerichts auch, wenn ein gültiger Befreiungsbescheid zugunsten des Versorgungswerks vorliegt. Sofern die allgemeine Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung von 60 Beitragsmonaten auch bei Anrechung der Kinderziehungszeiten nicht erreicht wird, gibt es die Möglichkeit durch freiwillige Beiträge die fehlenden Monate aufzufüllen.

Während der Betreuung von Kindern kann grundsätzlich eine Befreiung von den Beiträgen zum Versorgungswerk erfolgen, solange keine bzw. sehr geringe Einkünfte aus der beruflichen Tätigkeit erzielt werden. Da für die Höhe der Rentenanwartschaften allein die tatsächlich gezahlten Beiträge maßgebend sind, möchten wir jedoch ergänzend noch auf die Möglichkeit einer freiwilligen Beitragszahlung hinweisen. Wenn kein Pflichtbeitrag mehr gezahlt werden muss, ist der Mindestbeitrag zu beachten, der aber eventuell auch nur sporadisch gezahlt werden kann. Nähere Informationen finden Sie unter dem Stichwort freiwillige Beiträge.

Eine Besonderheit ist bei der Berechnung der Berufsunfähigkeitsrente zu beachten. Diese setzt sich grundsätzlich zusammen aus dem Rentenanspruch aufgrund der eingezahlten Beiträge und einem Zuschlag in Höhe des Betrages, der sich errechnen würde, wenn die vor Eintritt des Versorgungsfalles (maximal der letzten fünf Kalenderjahre) durchschnittlich entrichteten Pflichtbeiträge bis zum vollendeten 55. Lebensjahr weiter entrichtet worden wären. Wenn nun keine oder nur geringe Beiträge entrichtet werden, wird dies zunächst den Zuschlag mindern und somit auch die Höhe der Rente bei Berufsunfähigkeit.

Zwischen der Geburt und dem 10. Lebensjahr des Kindes sieht die Satzung bei der Betreuung von Kindern vor, dass sich bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit dieser Zuschlag maximal aus den letzten 5 Kalenderjahren vor Geburt des Kindes errechnet, wenn dies zu einer höheren Rente führt. Mit dieser Regelung wird verhindert, dass die Rente bei Berufsunfähigkeit spätestens 5 Kalenderjahre nach der Geburt auf den Rentenanspruch aufgrund der eingezahlten Beiträge absinkt, also kein Zuschlag berücksichtigt wird.

Dieser Sonderfall bei Kinderbetreuung wird aus programmtechnischen Gründen bei der jährlichen Rentenmitteilung nicht berücksichtigt. Die jeweilige Höhe der Berufsunfähigkeitsrente kann jedoch beim Versorgungswerk erfragt werden.

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