Frage & Antwort

Wie unterscheidet sich das Versorgungswerk von der gesetzlichen Rentenversicherung?
Zunächst ist zu bemerken, dass die gesetzliche Rentenversicherung und das Versorgungswerk völlig getrennte Systeme sind, in denen nur die eigenen Regelungen maßgebend sind. Deshalb sind die Auswirkungen der Rentenreformen ausschließlich auf die gesetzliche Rentenversicherung begrenzt.

Die Finanzierung unterscheidet sich sehr wesentlich. In der gesetzlichen Rentenversicherung spricht man von einem Generationenvertrag bzw. dem Umlageverfahren. Mit den heute eingezahlten Beiträgen werden die Leistungen an die jetzigen Rentenempfänger finanziert. Dies führt zurzeit zu erheblichen Problemen, da die Zahl der Rentenempfänger immer stärker steigt, während gleichzeitig die Anzahl der Beitragszahler abnimmt. Das Versorgungswerk hat ein kapitalgedecktes Finanzierungssystem. Die eingezahlten Beiträge werden angelegt und die erwirtschafteten Zinsen kommen nach Abzug der sehr geringen Verwaltungskosten dem Teilnehmer zugute. In der gesetzlichen Rentenversicherung findet eine Kapitalanlage nicht statt, eine Verzinsung der gezahlten Beiträge erfolgt nicht.

Die Rentenhöhe beim Versorgungswerk wird allein aus den auf dem persönlichen Beitragskonto tatsächlich gezahlten Beiträgen ermittelt. Eine Anrechnung oder Berücksichtigung von sonstigen Zeiten (z.B. Ausbildung) wie dies in der gesetzlichen Rentenversicherung zum Teil erfolgt, findet nicht statt. Während der Erziehung von Kindern werden Beiträge vom Bund nur zur gesetzlichen Rentenversicherung erbracht, eine entsprechende gesetzliche Regelung für Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke gibt es nicht. Auch wenn eine Teilnahme am Versorgungswerk besteht, kann jedoch eine Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung beantragt werden. Dies gilt nach aktueller Rechtsprechung des Bundessozialgerichts auch dann, wenn ein gültiger Befreiungsbescheid zugunsten des Versorgungswerks vorliegt.

Die Leistungen des Versorgungswerks umfassen die Altersrente, Berufsunfähigkeitsrente und die Hinterbliebenenversorgung (Witwen-/Witwerrente und Waisenrente). Hier wird ein sehr hohes Leistungsniveau erreicht. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es zusätzlich weitere Leistungen, wie z.B. Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung oder im Bereich beruflicher Rehabilitation.

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